die LKDL

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Zum ideologischen Hintergrund - „Was die LKDL bewegt und wofür sie steht"

Warum wurde die LKDL gegründet?

Bei der Lebensmittelkooperative Deutschlandsberg handelt es sich um eine Gruppe von Menschen, die daran interessiert sind, durch gemeinsame Lebensmittelbestellungen, bei ausgesuchten lokalen ProduzentInnen, eine nachhaltige, regionale, saisonale und somit gesunde Ernährungsweise zu ermöglichen und zu fördern.

Die Lebensmittelkooperative Deutschlandsberg wurde gegründet, weil wir GründerInnen es für sinnvoll erachten, eine regionale Alternative und weitere Handlungsmöglichkeit gegenüber dem etablierten Markt anzubieten. Wir haben begriffen, dass die etablierte Lebensmittelindustrie und konventionelle Produktionsweise weit davon entfernt ist, eine durch und durch lebensdienliche Nahrungsmittelversorgung sicher zu stellen. Im etablierten Markt ist es üblich, dass unter anderem Preise, Produkte, strikte Liefertermine und optische Kriterien den ProduzentInnen vorgeschrieben werden, was Abhängigkeiten, eine geringe Sortenvielfalt, enorme Lebensmittelverschwendung, sowie massiven Pestizid- und Düngereinsatz hervorbringt. Die LieferantInnen der Lebensmittelindustrie produzieren großteils für einen anonymen Markt, was zu einer Entfremdung von den eigenen Produkten beiträgt. Die Prioritäten der großen Handelskonzerne liegen auf: „billig, schnell und viel", anstatt auf Qualität, sozial gerecht produziert, ethisch korrekt, umweltschonend und regional. Sogar die Ideale des Biolandbaus werden von der Lebensmittelindustrie und deren Lobbyisten so lange beschnitten, bis jede/-r nur noch über „Bio" schmunzelt. Man denke nur an Biogemüse aus Südafrika, Israel und Co oder an industrielle Bioproduktion im großen Stil. Wir sind somit der Überzeugung, dass unsere Lebensmittelversorgung nicht einigen wenigen einflussreichen, gemeinwohlminimierenden Konzernen überlassen werden darf! Alle Lebensmittel, die ökologisch sinnvoll in der eigenen Region produziert werden können, sollten auch lokal produziert und vor Ort konsumiert werden, sofern der Nachhaltigkeitsgedanke ernst genommen wird und nicht zur reinen Werbe-Worthülse degradiert wird. „Global denken – lokal Handeln" lautet die Devise.

Was unterscheidet die LKDL von anderen Versorgungsstrukturen?

Wer sich mit nachhaltigen, regionalen, saisonalen und biologisch produzierten Nahrungsmitteln ernähren möchte, hatte bisher folgende Möglichkeiten: selber Anbauen, bei den entsprechenden Bäuerinnen / Bauern direkt oder im Bauerneck im (Super)markt einkaufen, ein Gemüsekisterl beziehen oder einen regionalen Biobauernmarkt besuchen. Die Lebensmittelkooperative bietet ab nun eine neue Alternative im Raum Deutschlandsberg.

Der Hauptvorteil der Lebensmittelkooperative besteht darin, dass die Mitglieder des Vereins aus dem gesamten Nahrungsmittelsortiment vieler Bäuerinnen und Bauern auswählen können. Nach Vorbestellung übers Internet oder direkt bei der Abholstelle kann der gesamte Einkauf an einer Sammelstelle (derzeit einmal wöchentlich in der Erlebnisgärtnerei Steffan) abgeholt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Produkte nur kurze Transportwege vom Feld auf den Tisch zurücklegen und sich KonsumentInnen und ProduzentInnen nicht völlig unbekannt sind.

Auf ProduzentInnenseite liegt der Hauptvorteil darin, dass die LKDL ein alternatives Marketing- und Vertriebsnetzwerk für Produkte regionaler (Bio)Bäuerinnen und (Bio)Bauern darstellt. Ein weiterer Pluspunkt der Kooperative liegt darin, dass jedes Mitglied über das Produktsortiment und die ProduzentInnen mitentscheiden darf und soll, auch Überschussgemüse aus Hausgärten kann gerne an die LKDL abgegeben werden. Die Produktpalette umfasst primär Nahrungsmittel (Gemüse, Obst, Getreide, Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Eier, Bienenprodukte, ...), kann zukünftig aber auch Öko-Textilien und weitere Produkte umfassen, sofern diese im Einklang mit den Idealen der Lebensmittelkooperative stehen. Ein weiterer wichtiger Vorteil der LKDL liegt in den Kriterien, die unsere LieferantInnen für die angebotenen Produkte garantieren. Eine ökologische Landbewirtschaftung, mit Bedacht auf Nährstoffkreisläufe, Bodenfruchtbarkeit und Fruchtwechsel ist dabei Grundvoraussetzung. Weiters werden keinerlei gentechnologisch veränderten Saat- oder Futtermittel eingesetzt. Obwohl wir uns aus praktischen Gründen dafür entschieden haben, dass eine Bio-Zertifizierung keine Grundvoraussetzung für unsere LieferantInnen ist, fordern wir eine schonende ökologische Produktion, die dementsprechend auf petrochemische Spritz- und Düngemittel sowie auf Tiermehl und vorbeugende Arzneimittelgaben verzichtet. Bei tierischen Produkten wird zusätzlich auf eine artgerechte Tierhaltung geachtet. Um Lebendtiertransporte und den damit verbundenen Stress für die Tiere zu verringern, sollen Hofschlachtungen gefördert werden. Angewandte Tierethik in der Nutztierhaltung ist uns ein generelles Anliegen. Kontrolliert biologische Anbieter werden von der LKDL als Lieferanten bevorzugt und sind unter den Produktinformationen entsprechend gekennzeichnet. Alle übrigen Produkte sind als "konventionell" gekennzeichnet.

Auf welchen Werten und Idealen gründet die Lebensmittelkooperative Deutschlandsberg?

„Wir sind lieber ein Teil der Lösung, als ein Teil des Problems."

Alles in allem sollen durch die LKDL folgende Werte und Ideale bewahrt und gefördert werden: Nachhaltigkeit, Verantwortung, sozial gerechte Produktionsweise, Umwelt- und Ressourcenschonung durch entsprechende Produktionsmethoden wie ökologischer Landbau und Kreislaufwirtschaft, kurze Transportwege, Vermeidung von unnötigem Verpackungsmaterial und Reduzierung der Wegwerf- und Verschwendungsmentalität, soziale Gerechtigkeit durch faire Preise für ProduzentInnen und KonsumentInnen, Regionalität, Saisonalität, Artenvielfalt, Sortenreichtum, dezentrale und somit krisenresistentere Versorgungsstrukturen, Ethical Trading (für Produkte, die es regional nicht gibt), Transparenz bei Vertriebswegen, Produktionsmethoden und der Preisbildung ... also Produktwahrheit.

Worum geht es noch? Welche weiteren Ziele verfolgt die LKD?

Ein zentrales Anliegen der Lebensmittelkooperative Deutschlandsberg ist das Ideal der Ernährungssouveränität und die Frage: Wer entscheidet über unsere Auswahlmöglichkeiten? Dabei geht es darum, dass ProduzentInnen und KonsumentInnen im Zentrum von Entscheidungsprozessen über Ernährungsfragen stehen sollten. Wir wollen selber entscheiden, was auf unseren Teller kommt und stehen einer Bevormundung durch Lebensmittelindustrie und Politik kritisch gegenüber, weil durch sie die Ideale einer nachhaltigen, sozial gerechten, regionalen, saisonalen, arten- und sortenreichen Ernährungsweise nicht in ausreichendem Maße umgesetzt werden. Deshalb streben wir danach die großen Zwischenhändler zu umgehen, indem wir unsere Nahrungsmittel direkt von den ProduzentInnen beziehen. Es geht uns also um eine kritische Auseinandersetzung mit ernährungspolitischen Fragen wie: Was ist wichtig, um ein hohes Maß an Ernährungssicherheit auf lokaler und globaler Ebene zu gewährleisten? Wie müssen Lebensmittelversorgungssysteme aufgebaut sein, um möglichst robust und widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse zu sein? Welche sozialen und ökologischen Konsequenzen bringen Patente auf Pflanzen mit sich? etc.

Um unsere Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen, sind wir Mitveranstalter des Bio-Festes in Deutschlandsberg. Wir organisieren gemeinsame Aktivitäten wie beispielsweise Hofbesichtigungen. Dadurch sollen die zwischenmenschlichen Beziehungen unter den Mitgliedern gefördert werden. Bei Besuchen auf den Bauernhöfen unserer ProduzentInnen soll der Kontakt zwischen ProduzentInnen und KonsumentInnen gestärkt werden. Auf KonsumentInnenseite bedeutet dies mehr Bezug zu Lebensmitteln und zur Natur.

 

Ein paar Gedanken zur LKDL


LKDL – Lebensdienlich, Kooperativ, Direkt, Lokal

von Marc Ortner



Wir alle sind konfrontiert mit der gleichen kranken gesellschaftlichen Lage,

ob wir neue Ideen und Antworten finden, ist die eigentliche Frage.



Ein wirklich nachhaltiges Leben scheint in unerreichbarer Ferne,

und trotzdem hätten wir es unbeschreiblich gerne.



Doch solange der kollektiver Traum vom „Glück durch Konsum" bestehen bleibt

er, die Wahrheit aus den Köpfen treibt.



Die Welt ist viel zu tief ins Haben verstrickt,

weil selbst der, der es besser weiß, viel zu oft nickt.



Die Spuren der Meister wurden vom Kapital verweht,

wir tragen die Verantwortung dafür, dass Geist und Menschlichkeit auch weiterhin besteht.



Damit uns das gelingt, müssen wir zuerst die Vernunft mit der Liebe verbinden,

um dadurch die Illusion der Abgeschlossenheit zu überwinden.



Und dann sorgen wir gemeinsam dafür, dass wir eine Welt unterstützen, die uns persönlich gefällt,

indem wir unser Geld nicht jenen geben, die das billigste produzieren auf Kosten der Welt.



Die LKDL will lokale Biobauern fördern und unterstützen,

weil sie mit ökologischem Landbau unsere Umwelt schützen.



Von Anderen werden transgene Organismen oder petrochemische Substanzen in die Biosphäre eingebracht,

doch mit der Biodiversität wird dadurch letztlich Schluss gemacht.



Die Natur wird dadurch von sich selbst entfremdet,

künstliche und eingeschleppte Organismen überleben, der Rest verendet.



Biologische Kontamination bleibt für immer,

und macht das Artensterben nur noch schlimmer.



Aber nur die, die reinen Herzens handeln,

tragen das Potential in sich, die Welt zum Guten zu wandeln.



Nahrung gehört, wo es geht, lokal produziert,

damit sich die Kontrolle darüber nicht in wenigen Händen konzentriert.



Ein weiteres Ziel ist Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wirtschaftsketten,

das ist etwas, das wir schon allein zum Wohl unserer Kinder gerne hätten.



Unterstützen wir gemeinsam den fairen und besonders den ethischen Handel,

unterstützen wir biologisch regionale Produkte, unterstützen wir diesen Wandel.



Lasst den Gedanken ihren freien Lauf,

und denkt immer mit, auch beim Einkauf.



Denn Dezentralisierung gehört betrieben,

um die Macht in die Hände des Volkes zu verschieben.



Lasst uns dazu nur kaufen, was wir in unseren Alltag integrieren,

und helft mit, eine Kreislauf- und Gemeinwohlwirtschaft zu forcieren.



Organismisches Denken in großer Dimension,

und gelungene Kooperation,

sowie die Liebe zum Leben und den kommenden Generationen,

sind die Quellen in denen unsere Glücksmomente wohnen.



Man bewirkt auf Dauer nichts ohne permanente Anstrengung, Fleiß und Motivation,

doch eine kleine Verbesserung und menschlicher Wachstum, ist unser Lohn.



Jeder bestimmt durch sein Handeln die Zukunft mit,

nur gemeinsam halten wir die Zivilgesellschaft fit.



Letztendlich glauben viele Menschen an das Leben und das Sein,

wir können euch beruhigen, damit seid ihr nicht allein!!!